14 FebAuf der richtigen Faehrte?

Die Schlagzeilen um das Burn Out – Syndrom nehmen kein Ende.

In einem Interview mit BILD am SONNTAG sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen:

„Psychische Erkrankungen sind eines der drängendsten Probleme in der Arbeitswelt und kosten Unternehmen und Sozialversicherungen Milliarden. Allein 2010 gab es 53 Millionen Krankentage wegen psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Das ist eine Steigerung in den letzten 15 Jahren um 80 Prozent.“ 

Den Grund für das rasante Anwachsen der erkrankten Menschen sieht sie in den veränderten Ansprüchen, die an die Arbeitnehmer gestellt werden:

„Als ich junge Ärztin war, hingen die Telefone noch fest an der Wand. Es gab kein Internet, nur Papierakten. Die Verdichtung und Geschwindigkeit der Arbeitsabläufe, das Zusammenfließen von Privat und Arbeit hat enorm zugenommen.“

und sie verbindet ihre Vermutung mit einem Appell an die Arbeitgeber:

„Das Gesetz ist hier knallhart. So wie der Bauarbeiter einen Helm tragen muss, ist im Arbeitsschutzgesetz auch verankert, dass die psychische Belastung eines jeden Arbeitsplatzes beurteilt werden und Erkrankungen wie Burnout vorgebeugt werden muss. Das Problem: die allermeisten wissen nichts davon. Deshalb wünsche ich mir auch von den Tarifverhandlungen, dass es nicht nur ums Portemonnaie geht, sondern auch um gesündere Arbeitsbedingungen.“

 

Meine Meinung:
Die Arbeitsministerin ist hier eindeutig auf einer falschen Fährte.
Knallharte Gesetze tragen in den seltensten Fällen zur tatsächlichen und objektiven Verbesserung für eine bestehende Situation bei.
Ganz im Gegenteil.

Druck erzeugt Gegendruck!
… oder muss irgendwo entweichen, wenn es nicht zu einer Explosion kommen soll.

Nach meiner  Ansicht schürt der politische Druck auf Arbeitgeber das Klima von Druck, Stress und Angst, das letztlich an die Arbeitnehmer weiter gegeben wird.
Hilfe und Unterstützung wird in einem solchen Klima sehr schwer möglich.

Nach meiner Beobachtung und Erfahrung im Umgang mit Betroffenen des Burnout Syndroms spielt neben dem Arbeitsklima sehr häufig auch eine persönliche (bereits mitgebrachte) Prädisposition, sowie ganz alltägliche (und häufig unvermeidliche) private Probleme zum Ausbruch einer Stresserkrankung eine entscheidende Rolle.

Viele betroffene Arbeitnehmer haben Angst vor disziplinären Konsequenzen, falls der Arbeitgeber vom Beginn eines Burn Out Syndroms Kenntnis erhält. Durch Verschleiern und Verheimlichenund verschlimmert sich dann die Situation weiter.
Angst und Stress erzeugen weiteren Druck.

Ausgelöst durch harte Gesetze und dem daraus entstehenden harten Konkurrenzdruck entsteht statt der erhofften Akzeptanz in der Öffentlichkeit, dass der Kranke Spott, Hohn oder gar  Mobbing (von Kollegen und/oder Vorgesetzten) ertragen muss.

Im betrieblichen Alltag führt eine verhärtete Einstellung häufig zu (wiederum harten) Auseinandersetzungen, die in langwierigen Gerichtsverfahren viel wertvolle (Arbeits-)Energie, Zeit und Geld verschlingen.

Besser:
In einem weichen Klima von Verständnis und Vertrauen haben Stress-Erkrankungen nur geringe Chancen.
Umdenken auf allen Ebenen tut Not!

Besser und besser!

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3 Responses so far.

  1. […] http://www.no-burn-out.de/2012/02/auf-der-richtigen-faehrte/ … Nach meiner Ansicht schürt der politische Druck auf Arbeitgeber das Klima von Druck, Stress und Angst, das letztlich an die Arbeitnehmer weiter gegeben wird. Hilfe und Unterstützung wird in einem solchen Klima sehr schwer möglich. […]

  2. […] Artikel ” Politischer Druck verängstigt Arbeitgeber” wurde mein gestriger Blogbeitrag  ”Auf der richtigen Fährte” aufgegriffen und kritisiert. Da es mir leider nicht gelingt, dort einen Kommentar zu hinterlassen, […]

  3. Lanette sagt:

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